Was landläufig als “Grippe” bezeichnet wird, ist meist nicht mehr als eine heftige, aber relativ harmlose Erkältung. Dagegen ist die echte Grippe, von Fachleuten auch “Influenza” genannt, eine ernst zu nehmende Erkrankung, bei der es auch zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen kann.

Die Influenza ist eine akute Infektion der oberen Atemwege (Nase, Rachen, Lunge), die durch einen Influenza-Virus hervorgerufen wird. Es gibt drei Typen von Influenza-Viren: Typ A, B und C, wobei für den Menschen nur die Typen A und B von Bedeutung sind. Typ A ist hoch ansteckend und sehr variabel. Er bildet immer neue Subtypen, die in Menschen und/oder Tieren zirkulieren. Der Influenza-Typ B kommt nur beim Menschen vor.

In den Tropen kann die Influenza das ganze Jahr über auftreten. In den gemäßigten Breiten gibt es dagegen eine ausgeprägte Grippe-Saison. Regelmäßig während der Herbst- und Wintermonate (Oktober bis März) grassiert in Europa die saisonale Influenza.

Die alljährliche Grippe-Epidemie findet in der Öffentlichkeit zwar nur wenig Beachtung. Aber, für unser Gesundheitssystem ist sie eine große Belastung. Allein in Deutschland erkranken im Laufe einer gewöhnlichen Grippe-Saison etwa 5-10% der Erwachsenen und 20-30% der Kinder an Influenza. Dies hat jedes Jahr 1-5 Millionen zusätzliche Arztbesuche und 5000-20.000 zusätzliche Krankenhauseinweisungen zur Folge. Bei außergewöhnlich starker Influenza-Aktivität kann die Zahl der Erkrankten und Hospitalisierten noch höher sein. Dann können in einer Saison (wie z.B. 1995/96) bis zu 30.000 Todesfälle auf das Konto der Influenza gehen.